Perfektion aus zweiter Hand

Das Hochzeitskleid zählt für Bräute zweifelsohne zu den wichtigsten Elementen am großen Tag. Das Atelier BrautRaum hat sich auf den wachsenden Trend der Second-Hand-Brautmode spezialisiert.

Das Brautkleid trägt Frau für gewöhnlich nur einen Tag in ihrem Leben. Wenngleich dieses besondere Kleidungstück enormen emotionalen Wert hat, entscheiden sich immer mehr Frauen dazu, ihr Brautkleid nach der Hochzeit zu verkaufen. Denn andernfalls fristen die schönen Kleider oft über Jahre ein tristes Dasein, versteckt am Ende des Kleiderschranks. „Die Frauen, die mir ihr Kleid übergeben, hoffen, dass sie jemand anderes ebenso viel Freude bereiten können, wie sie einst selbst in ihrem Kleid hatten“, weiß Judith Senfter vom Atelier Brautraum in Innsbruck, wo Hochzeitskleidern ein zweites Leben eingehaucht wird.

Elfenbeinfarbene Träume

Die gelernte Damenkleidermachermeisterin übernahm 2017 den auf Second-Hand fokussierten Brautraum. Über 140 Kleider hat sie in ihrem Atelier – alle aus zweiter Hand, also höchstens einmal getragen. Einige sind sogar vollkommen neu: „Manchmal entscheiden sich Bräute kurzfristig für ein anderes Kleid oder haben sogar mehrere Kleider für ihren Hochzeitstag“, erklärt Judith.

Die Größen reichen von 32 bis 54 und decken die gesamte Palette der Brautmode ab: vom derzeit angesagten Boho-und Vintage-Style über Prinzessinnenroben hin zu schlicht-eleganten Kleidern à la Grace Kelly. Was nicht gefällt oder passt, wird von Kleidermachermeisterin Judith passend gemacht: Schleifen kommen weg, Träger werden angepasst, bauschige Tüllrocke verschmälert. „Man kann sehr vieles an einem Kleid ändern“, weiß die Expertin.

Achtsam heiraten

Für die Wahl eines Second-Hand-Kleids sprechen besonders zwei Gründe: Kosten und Nachhaltigkeit. „Ein Kleid aus zweiter Hand kostet im Schnitt 50 Prozent weniger vom Neupreis“, weiß Judith. In ihrem Atelier rangieren die Preise von 500 bis 1500 Euro, durchschnittlich komme ein Brautkleid auf rund 1000 Euro. Teils handelt es sich um Designerstücke, die neu weit mehr als 2000 Euro kosten. „Auch wenn es ein wichtiger Tag im Leben ist, wollen nicht alle Frauen so viel Geld für ihr Kleid ausgeben“, erzählt die gebürtige Osttirolerin.

Immer stärker komme jedoch auch der Gedanke der Nachhaltigkeit zu tragen. Brautmode ist fachmännisch hochwertig und aufwändig gefertigt: „Es ist einfach schade, wenn diese tollen Kleider nur einmal getragen werden“, findet auch die Kleidermacherin. Vielen Frauen gefällt auch der Gedanke, ein Kleid mit „Geschichte“ zu kaufen – ganz nach dem Brauch „Etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes, etwas Blaues“.  

Wer suchet, der findet

Die Suche nach dem perfekten Kleid sollte etwa ein halbes Jahr vor der Hochzeit beginnen, empfiehlt man im Atelier Brautraum. Ist das Kleid gefunden, wird sechs Wochen vor der Trauung ein Termin zum Abstecken vereinbart.

„Theoretisch könnte man auch sechs Wochen und einen Tag vor dem Termin bei uns nach einem Kleid schauen“, erklärt Julia Törsiep. Ursprünglich für Back-Office und Social Media zuständig, macht die gebürtige Münchnerin mittlerweile auch die Lehre zur Damenkleidermacherin im Atelier Brautraum. „Falls man wider Erwarten bei uns nicht fündig wird, bleibt den Bräuten noch genügend Zeit, sich woanders umzuschauen“, so Julia. Doch fast immer haben Anproben ein Happy End.  

Vor dem ersten Termin im Atelier sei es ratsam, sich von verschiedenen Stoffen, Schnitten und Stilen inspirieren zu lassen. „Wer offen bleibt und auf unsere Schneider-Fähigkeiten vertraut, wird bei der Anprobe sicherlich fündig“, weiß die angehende Damenkleidermacherin.

Do’s and Don’ts

Die Anprobe ist für viele Frauen ein Highlight der Hochzeitsvorbereitungen. Für diesen besonderen Termin nehmen sich Judith und Julia drei Stunden Zeit für Braut und Begleitung, die das Atelier ganz für sich haben. „Man muss eigentlich nichts mitnehmen, außer zwei bis maximal drei nahestehende Personen, die einen wirklich gut kennen“, weiß Julia. Von mehr Begleitung raten die Profis ab: „Es ist nicht gut, wenn zu viele Meinungen im Raum stehen, das verunsichert viele Frauen“, meint Judith. Ungünstig sei auch, zu intensiv geschminkt zu sein – schließlich werden die weißen Roben meistens über den Kopf angezogen. Da unter fast keinem Brautkleid ein BH nötig ist, müsse man auch nicht in ein besonderes Modell investieren für Anprobe und Hochzeitstag.

Das perfekte Kleid

Im Atelier Brautraum weiß man: TV-Sendungen wie „Zwischen Tüll und Tränen“ und „Das perfekte Kleid“ vermitteln oft ein falsches Bild von der Anprobe. „Freudentränen und Gefühlschaos bei Braut und Begleitung sind kein Muss. Das perfekte Kleid kann es auch sein, ohne dass Tränen fließen“, betont Judith. 

Ob man „das perfekte Kleid“ gefunden hat, spüren die meisten von selbst. „Wir werden immer nach unserer Meinung und Empfehlung gefragt. Aber in diese Entscheidung mischen wir uns nie ein – das ist Tabu“, erklärt die Kleidermachermeisterin. Nur einen Tipp geben die beiden Fachfrauen: „In einem Brautkleid darf man sich nicht verkleidet fühlen.“

Über das Atelier Brautraum

2017 übernahm Judith Senfter den in Hatting ansässigen Brautraum, den sie in Innsbruck als Atelier neu eröffnet. Sie verbindet Brautmode aus zweiter Hand mit einer Änderungs- und Maßschneiderei. Neben Second-Hand-Kleidern ist im Atelier Brautraum auch die eigene Kollektion von Judith Senfter erhältlich. Die Zweiteiler im Boho-Vintage-Design sind nach starken, inspirierenden Frauen benannt: Coco, Grace, Diana oder Agatha heißen die Röcke und Tops, die auch nach der Trauung gut getragen werden können.

 Judith Senfter schloss zunächst in ihrer Heimat Osttirol die Lehre zur Herrenkleidermacherin ab und arbeitete einige Jahren in einem Haus für Hochzeitsmode in Salzburg bevor sie in Wien den Meister als Damenkleidermacherin mit Schwerpunkt auf Haute Couture machte. Zurück in Tirol verwirklichte sie sich ihren Traum vom eigenen Atelier und der eigenen Kollektion.

Wie funktioniert Second-Hand-Brautmode?

Für die Vermittlung müssen die Kleider professionell gereinigt, nicht älter als 5 Jahre sein und aus erster Hand stammen. Wichtig ist eine Mindestlänge von 165cm mit Schuhen. Das Brautkleid wird gegen eine Pauschale von 98€ ein Jahr lang im Atelier Brautraum ausgestellt. Wird es verkauft, gehen 18 Prozent Vermittlerprovision an das Atelier.

Quelle: Hochzeiten in Tirol 2020, Fotonachweis: Franz Oss

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